Funding-Rate-Arbitrage: Wie Cash-and-Carry-Trades funktionieren

TL;DR
  • Eine Cash-and-Carry-Struktur kombiniert eine Spot-Position mit einer Short-Perpetual-Position gleichen Nominalwerts im selben Asset.
  • Gegenläufige Expositionen reduzieren die Richtungssensitivität; Funding bleibt neben Basis, Gebühren und Ausführungseffekten ein Zahlungsstrom.
  • „Marktneutral“ beschreibt Richtungsrisiko, nicht Sicherheit: Ausführungs-, Basis-, Margin-, Funding-Reversal- und Gegenparteirisiken bleiben bestehen.
  • Der Funding-Rechner kann einen hypothetischen Funding-Zahlungsstrom aus nutzerdefinierten Eingaben modellieren.

Funding-Rate-Arbitrage, häufig Cash-and-Carry genannt, beschreibt eine marktneutrale Struktur mit gegenläufigen Spot- und Perpetual-Expositionen zur Isolierung fundingbezogener Zahlungsströme. Basis-, Ausführungs-, Funding-Reversal-, Margin-, Plattform- und Gegenparteirisiken bleiben bestehen.

Die Kernidee

Die Struktur besteht aus zwei gegenläufigen Expositionen mit ungefähr gleichem Nominalwert:

Sind beide Komponenten eng aufeinander abgestimmt, können Gewinne einer Komponente Verluste der anderen ausgleichen und die Richtungsabhängigkeit reduzieren. Funding bleibt dann ein Zahlungsstrom: Bei positivem Funding zahlen Long-Perpetual-Halter an Short-Halter; bei negativem Funding kehrt sich die Richtung um. Der Mechanismus wird im Funding-Rate-Leitfaden.

Warum Funding-Zahlungsströme entstehen können

Perpetual-Kontrakte können über oder unter Spot handeln, wenn Positionierung unausgewogen ist. Funding-Transfers schaffen einen wirtschaftlichen Anreiz, der den Perpetual-Kontrakt nahe seinem Referenzindex halten soll. Vorzeichen und Höhe des Fundings können sich in jedem Intervall ändern und stellen keine zugesagte Rendite dar.

Wo das eigentliche Risiko liegt

„Marktneutral“ beschreibt die Abhängigkeit des Handels von der Preisrichtung – es bedeutet nicht risikofrei. Die tatsächlichen Risiken sind real und verdienen es, klar benannt zu werden:

Ein vereinfachtes Beispiel

Hypothetisches Beispiel: Eine Spot-Exposition von 10.000 $ zusammen mit einer Short-Perpetual-Exposition von 10.000 $ bei +0,01% Funding pro 8-Stunden-Intervall ergibt modelliert 1 $ Funding-Eingang pro Intervall auf der Short-Komponente, vor Gebühren, Basisänderungen, Slippage, Margin-Effekten und Funding-Änderungen. Drei identische Intervalle ergeben rechnerisch 3 $; dies illustriert die Formel und keinen Trading-Plan. Der Funding-Rechner führt dieselbe Rechnung mit nutzerdefinierten Eingaben aus.

Wichtigste Erkenntnisse

Cash-and-Carry kombiniert gegenläufige Spot- und Perpetual-Expositionen, sodass die Richtungssensitivität geringer sein kann als bei jeder Komponente allein. Funding ist nur ein Bestandteil des Ergebnisses; Basis, Gebühren, Slippage, Margin-Anforderungen, Funding-Änderungen und Gegenparteirisiko bleiben bestehen. Eine angezeigte Funding-Rate ist eine aktuelle Marktbeobachtung, keine Prognose oder garantierte Rendite.

Live im Terminal

Das Terminal zeigt die aktuell beobachtete Funding-Rate, den nächsten geplanten Zahlungszeitpunkt und Open Interest als Marktdaten.

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